Fernweh
gamescom. Und so.
by wolfi on 25. Aug 2009, under Fernweh, Von der Front
Gott war das geil. Da war ich bereits zum vierten Mal via EA Community Team zur gamescom eingeladen (ehemals Games Convention), hab es aber erst dieses Mal wirklich geschafft dort zu erscheinen. Veranstaltungsort war diesmal Köln, anstatt wie sonst immer Leipzig. Köln ist zwar weiter weg wie Leipzig es gewesen wäre, aber dafür wollte ich schon immer mal nach Köln, was ich, trotz dass ich damals ganz in der Nähe wohnte, nie geschafft habe. Jetzt war ich da und muss gestehen, dass meine positive Meinung über diese Stadt noch am ersten Tag schlagartig geändert hat, denn der Verkehr ist grausam.
Habe mir am Donnerstag den Mietwagen bei Sixt in Wolfsburg abgeholt, ein schicker Golf 6 in grau. Mit lustigen Einparkhilfen, die in Köln echt von Vorteil waren. Und dass es ein Diesel war stellte sich später an der Tankstelle in Herford ebenfalls als Vorteil heraus. Am Donnerstag bin ich dann zum ersten Mal in meinem Autofahrerleben mehr als 160/170 gefahren, die tachonadel blieb im Golf bei 210 stehen, mehr ging echt nur mit gutem Willen, Rückenwind und Bergab. Aber das reichte mir dann auch schon aus und sorgte für viel Spaß. Zwar gönnte der Wagen sich so gut 12 Liter, aber die haben sich gelohnt. Einzig die vielen toten Insekten auf der Windschutzscheibe musste ich hinterher mit Glasreiniger und Lappen entfernen, denn die Scheibenwischer versagen da vollends.
Angekommen am für uns gebuchten Meininger Hostel in Köln Deutz, durfte ich erstmal über eine Stunde im Kreis fahren und mich auf die Suche nach einem Parkplatz begeben. Gegen 20:10 fand ich dann endlich einen passenden Platz, welcher mit einem Euro für 30 Minuten gar nicht mal so günstig war. Egal, erstmal einen Parkschein bis 23 Uhr gelöst, denn von 23 bis 9 Uhr kostete es nichts. Es folgten Telefonate mit vielen Leuten, um bescheid zu geben, dass ich endlich angekommen war. 23 Uhr, Schlafenszeit.
Untergebracht war ich in einem etwas klein geratenen Vierbettzimmer, zum Glück waren wir jedoch nur zu zweit, denn mit vier Mann wäre es etwas eng geworden. Im Zimmer vorhanden waren Dusche, WC, TV und Telefon, das frei verfügbare WLAN konnte man im fünften Stock natürlich nicht mehr empfangen. Am Freitag Morgen dann also gegen acht auf den Weg zur Messe gemacht, wo ich an den Besuchermassen vorbei laufen und meinen Presseausweis das erste Mal einsetzen konnte. Das Auto stand übrigens sicher auf einem extra angelegten Presseparkplatz.
Auf zu den anderen Battlefield-Freaks. Mit von der Partie waren drei Mann, die ich bereits aus diversen Foren und ICQ/MSN kannte. Erstmal durch die noch leeren Messehallen geschlendert und sich einen Überblick verschafft. Herrlich diese Presse- und Fachbesuchertypen. Noch bevor die Tore für die breite Masse geöffnet war, ging es zur eigens eingerichteten EACT Lounge im Congress Centrum Ost. Weit ab vom eigentlichen Messegeschehen (es verirrten sich immer wieder einzelne dort hin) konnten wir in bestens klimatisierten Räumen unser heiligstes anspielen: Battlefield Bad Company 2. Im selben Raum standen noch 40 Rechner, auf denen man das neue Command&Conquer exklusiv anzocken konnte, denn dieses konnte man im Gegensatz zu BC2 am EA-Stand nicht anspielen.
Noch ganz voller staunen an den Bad Company 2 Zockstationen, überreichte mir unser Communitymanager dann die Tüte mit dem Merchandise. Zwei Shirts von Bad Company 2 und viele andere Merchandise-Produkte mit dem Aufdruck Battlefield. Von 2142, über Vietnam bis hin zu Bad Company 1, alles war vertreten. Danke dafür, denn ich hatte zwei T-Shirts zu wenig eingepackt!
Später am Tage gab es dann ein Q&A mit dem Associate Producer von 1943 und BC2, Gordon Van Dyke. Was für ein cooler Typ, ist wohl typisch wenn man aus der Nähe von Los Angeles kommt und einem quasi das ganze Leben die Sonne auf den Kopf knallt. Amis halt. So richtig viel neues gab es zwar nicht zu erfahren, aber durch die kleine Runde von nur ~20 Mann beim Q&A wirkte alles locker und entspannt. Als er dann seine Teamkollegin aus New York auf seinem iPhone direkt auf den Lautsprecher stellte, war das Eis gebrochen und der Spaß begann.
Abends gab es dann für uns geladene Battlefieldler ein leckeres Community-Essen im Bulgogi-Haus, ein in Köln ansässiger Koreaner. Selten so etwas leckeres gegessen. Wir hatten ein koreanisches BBQ, und das Fleisch konnten wir uns auf dem im Tisch eingelassenen Gasgrill direkt selbst zubereiten. Ich ärgere mich im Nachhinein nur, dass ich die nicht gerade appetitlich aussehenden Garnelen nicht probiert habe, denn die sollen die Krone von allem gewesen sein. Schade. Aber auch ohne eine Garnele probiert zu haben war es ein schöner Abend. Danke auch dafür an das EACT, insbesondere Hummel-o-War, unseren geselligen Communitymanager.
Samstag: Lange schlafen, dann gegen 12 zur Messe und direkt wieder an den Massen vorbei in unsere wohl temperierte Lounge. Ein bisschen Bad Company 2 gespielt, mit den netten Modder-Kollegen von OPK gequatscht, einen ehemaligen Teamkollegen von USI inklusive Freundin begrüßt und dann im Konferenzraum die für den Biergarten geplante Community-Diskussionsrunde gestartet. Viele Erfahrungen und Meinungen ausgetauscht, und irgendwann von den wartenden C&Clern rausgeworfen, weil die den Platz für eine Präsentation brauchten.
Samstag Abend dann der Höhepunkt des Wochenendes, die EACT Party mit Awardverleihung. Schöne Location da unten in der EA Sports Bar. Etwa 150-200 Gäste, kostenloses Essen und Getränke. Und wieder war Gordon Van Dyke anwesend. Diesmal haben wir einfach über alles mögliche geredet. Bad Company 2 war kaum Thema, es ging mehr um Spiele allgemein. An dem Abend sind, wie schon beim Community-Essen am Vortag, ein paar echt lustige Fotos entstanden, denn der coole Ami hat natürlich jeden Spaß mit gemacht. Gegen 3:15 haben wir uns dann auf den Weg in die Tiefgarage begeben, von wo ich dann drei Leute mit dem Auto mitnahm. Den Einen an seinem Campingplatz abgesetzt und dann mit dem Anderen ins Hostel, wo wir noch bis um sechs Uhr gequatscht haben.
Schlafen bis um zehn, dann kurz das Hungergefühl mit dem 22 Stunden alten Royal TS gestillt, nochmal eine Stunde schlafen. Nach ein paar Stadfahrten dann gegen 15 Uhr auf den Heimweg begeben und erstmal mit 200 in ein Stauende gerast. Das lag in einer Kurve und im Radio war davon nichts zu hören, aber ich konnte noch rechtzeitig bremsen. Auch wenn eine Vollbremsung von Nöten war, der schicke Golf ist etwa 2 Meter hinter dem Vordermann zum Stehen gekommen. Knapp wars, aber ich war wach, wobei mir das beim anschließenden, einstündigen im-Stau-stehen auch nicht viel gebracht hat.
Nachdem ich dann gegen 19:30 zu Hause war, hieß es erstmal ausruhen. Um 21:15 dann den Stiefvater mit nach Wolfsburg genommen, der Mietwagen wollte ja wieder auf dem Sixtparkplatz geparkt werden. Stiefvater zur Nachtschicht, ich zum Bahnhof. Um 23 Uhr dann wieder zu Hause eingetroffen, ohne Auto gleich 10cm kleiner, und totmüde ins heimische Bett gefallen. Geiler Scheiss, muss ich nächstes Jahr unbedingt wiederholen. Bilder gibt’s im Optimalfall später.
Von Fernweh und kaltem Wasser
by wolfi on 30. Mar 2009, under Fernweh
Herrlich dieses Wetter. Schon beim Aufstehen wurde ich von einem wolkenlos blauen Himmel überrascht, es gibt nichts schöneres am frühen Morgen. Naja okay, eventuell wäre es ganz reizend direkt ins Gesicht einer hübschen Frau zu blicken sobald man die Augen auf macht, aber eins nach dem anderen.
Noch mit Morgenzeugs im Auge begeb ich mich also ins Bad, erstmal duschen. Mit warmem Wasser, denn wir wollen ja nicht das bald schon 24 Jahre alte Herz zu tode erschrecken. Nach dem Duschen und anschließendem abtrocknen erstmal einen Kaffee aufsetzen, dann frisch rasieren und zähne putzen. Diesmal sogar mit kaltem Wasser, weil warmes Wasser im Gesicht ist ja bekanntlich was für Weicheier.
In der Küche dann eine Idee Fernweh. Und viel Sonne im Gesicht. “Weg hier!” schnurrt mein inneres Kätzchen, “Nix gibts, hier geblieben!” entgegnen die Brieftasche und der zerknüllte Kontoauszug in der Altpapierbox lautstark. Das letzte Mal überkam mich so eine Euphorie im Juni 2006, und schon damals sollten die beiden Schreihälse recht behalten. Denen zeig’ ichs!

